Wenn die KI plötzlich Geschäftsführer spielt.
„Bitte die Rechnung noch heute bezahlen. Ist mit mir abgestimmt.“
Solche E-Mails „vom Geschäftsführer“ oder "vom CEO" gibt es schon lange.
Früher waren sie oft schnell zu erkennen:
Merkwürdige Formulierungen. Ungewöhnlicher Ton. Fragwürdige Rechnung.
Heute sieht das anders aus.
KI kann Sprache, Stil und Zusammenhänge überzeugend nachahmen.
Plötzlich passen die Signatur, die Rechnung und sogar der vorherige Mailverlauf.
Nur leider ist alles erfunden.
Microsoft Security Research hat Anfang August eine Kampagne mit mehr als einer Million solcher E-Mails erkannt. Gefälschte Führungskräfte, professionell wirkende Rechnungen und erfundene Mailverläufe sollten Finanzabteilungen zu Zahlungen von knapp 50.000 US-Dollar bewegen. Microsoft fand deutliche Hinweise auf eine KI-unterstützte Erstellung der Vorlagen.
Das eigentliche Problem ist aber nicht die KI.
Die entscheidende Frage lautet:
Warum kann eine einzelne E-Mail überhaupt eine Zahlung auslösen?
Wenn selbst Sprache und Zusammenhänge glaubwürdig imitiert werden können, reicht ein:
„Unsere Mitarbeitenden passen schon auf“ nicht mehr.
Was es stattdessen braucht:
👉 Vier-Augen-Prinzip bei Zahlungen
👉 Rückruf über eine bereits bekannte Nummer
👉 klare Freigabegrenzen
👉 keine Änderung von Bankdaten nur auf Zuruf
Technische Schutzmaßnahmen bleiben wichtig.
Aber Technik ersetzt keine sauberen Abläufe.
KI hat den Geschäftsführerbetrug nicht erfunden.
Sie macht ihn nur verdammt überzeugend.